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Geschichte

Veröffentlicht: Sonntag, 12. März 2017 13:54

Als sich im Frühjahr 1875 einige Männer zusammenfanden, um freiwillig das Hab und Gut der Gemeinde zu schützen, wählte man Heinrich Glahn zum 1. Feuerwehrhauptmann der neugegründeten Freiwilligen Feuerwehr Naensen. Mit zehn angeschafften Ledereimern wurde zunächst auf dem damaligen Zimmerplatz in der Nähe vom Naenser Tunnel geübt. Brände wurden damals mit Eimerketten und großen, schweren Einreißhaken bekämpft.

Vier Jahre später, 1879, beschloß man im Gemeinderat, eine Handdruckspritze anzuschaffen. In der Statistik über das Feuerhilfwesen im Herzogtum Braunschweig ist zu Beginn des Jahres 1879 folgendes zu lesen: "Die Ortschaft Naensen hat eine Einwohnerzahl von 784 und 92 Wohnhäuser. Die Mitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehr beträgt 65. Außerdem ist eine Ordnungsmannschaft von 50 Männern verpflichtet, sich bei Großbränden oder Katastrophen zur Verfügung zu halten. An Geräten sind vorhanden eine fahrbare Spritze mit Saugwerk und 60 Meter Druckschläuche. Wasserentnahmestellen sind Hausbrunnen und zwei Hydrants." Unter den zwei angegebenen Hydrants versteht man zwei offene Wasserstellen. Die erste war der Maßwellbrunnen, der mit dicken Quardersteinen eingefaßt war und bis zur Verlegung der Hilsringleitung in Betrieb war. Die zweite Wasserstelle war und ist auch heute noch mitten im Dorfe bei Bauer Herbert Henze auf dessen Grundstück vorhanden. Diese Wasserstelle wird auch zur Zeit noch bei Übungen und Ernstfällen benutzt.

Die im Jahre 1879 angeschaffte Handdruckspritze hatte in den darauffolgenden Jahren ihre Bewährungsprobe zu bestehen, da es in den Jahren 1903 bis 1913 sehr oft in der Gemeinde Naensen brannte. Auch bei Bezirksübungen (Naensen, Ammensen und Stroit waren zu einem Löschverband zusammengeschlossen) konnte sie bestehen. Die Freiwillige Feuerwehr hatte während der beiden Weltkriege schwere Jahre zu überstehen. Große Lücken wurden in die Reihen der Wehr gerissen. Im Jahre 1942 wurde die erste Tragkraftspritze angeschafft. Dieses Löschgerät war dringend notwendig geworden, um einmal die alte Handdruckspritze abzulösen und aber auch den Mangel an Feuerwehrkameraden zu überbrücken, die alle im Kriege waren, außerdem war eine große Feuergefahr durch Brand- und Phosphorbomben gegeben.

Nach Ende des Kriege galt es nun wieder alle Kameraden zusammenzurufen und den Feuerschutz in der Gemeinde wieder herzustellen. Am 15. September 1945 war es dann soweit. Unter der des alten und neuen Brandmeisters Gustav Vespermann und seines Stellvertreters August Bode konnten die Dienstgeschäfte wieder aufgenommen werden. Die Wehr bestand aus 22 aktiven Mitgliedern. Über 50 Prozent der Kameraden waren aber im fortgeschrittenenAlter und konnten so am aktiven Feuerwehrdienst nicht mehr teilnehmen. Sie wurden Ehrenmitglieder oder fördernde Mitglieder.Ende 1947 stellte Brandmeister Gustav Vespermann aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde August Bode. Unter Führung von Brandmeister August Bode nahm die Freiwillige Feuerwehr einen großen Aufschwung. Stellvertreter war August Metge, Schriftführer August Strohmeyer, Kassenwart Karl Jacke und Maschinist August Hesse.

Durch die Kriegsjahre bedingt konnten keine Anschaffungen gemacht werden, folglich bestand ein großer Nachholbedarf der Wehr. Durch gute Zusammenarbeit des Kommandos mit dem Gemeinderat gelang es, in kurzer Zeit den Bedarf aufzuholen. So wurde im Frühjahr 1957 eine neue Tragkraftspritze gekauft. 1951 entstand das für damalige Zwecke sehr ansprechende Gerätehaus. 1958 wurde Naensen zum Stützpunkt "Auf dem Berge" erklärt. Aus Kreisbeständen erhielt die Wehr daraufhin ein älteres Fahrzeug vom Typ LF 16 alt. Im Sommer 1964 wurde diesgegen ein neues Löschfahrzeug Typ LF 8 TS 8 ausgewechselt. Durch den Bau der Hilswasserringleitung, an der die Gemeinde Naensen angeschlossen ist, wurde die Löschwasserversorgung wesentlich verbessert.

Am 12. Juni 1970 mußte die Wehr zu einem Großbrand ausrücken. Das Lagerhaus der Firma Bestian an der B3 wurde ein Raub der Flammen.

Im März 1971 schied August Bode wegen Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Wehrdienst aus.Für seine großen Verdienste um das Feuerlöschwesen wurde er mit dem Feuerwehrverdienstkreuz 2. Stufe ausgezeichnet und einstimmig zum Ehrenbrandmeister der Gemeinde Naensen ernannt. Sein Stellvertreter Heinrich Brinckmann wurde nun zum Brandmeister gewählt und bestätigt. Stellvertreter war Wilhelm Hoffmann, Schriftführer Gustav Brinckmann und Rechnungsführer Walter Bode.

Im Jahr 1973 wurden im Zuge einer Übung die Gebäude auf dem Grundstück Albert Schlimme abgebrannt und niedergerissen. An gleicher Stelle befindet sich heute der Festplatz.

Wegen der Gebietsreform wurde die Freiwillige Feuerwehr Naensen zum 1. März 1974 in die Gemeindefeuerwehr der Stadt Einbeck übernommen. Der Status als Stützpunktfeuerwehr ging dadurch bis 1978 verloren.

Das Jahr 1975 ist auch heute noch vielen Einwohnern in schlechter Erinnerung. Die Wehr wurde zu drei Groß- und einem Entstehungsbrand gerufen. Im einzelnen handelt es sich um folgende Objekte:

17. August 1975 : August Stohmeyer, Scheune und Stallungen wurden vernichtet

13. September 1975 : Erwin Wenzel, Brand konnte gelöscht werden

17. September 1975 : Gustav Brinckmann, Scheune und Stallungen wurden vernichtet

10. Oktober 1975 : August Brinkmann, Scheune und Stallungen wurden vernichtet

 

In allen Fällen konnte durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehrkameraden viel Schaden verhindert werden.

Bei den Wettkämpfen des ehemaligen Unterbezirks "Auf dem Berge" konnte die Wettkampfgruppe 1975 erstmals den ersten Platz belegen. Bis 1984 wurde dieses Ergebnis noch dreimal erreicht. Auch bei anderen Anlässen schlug sich die Gruppe gut.

Einen weiteren Höhepunkt in der Geschichte der Wehr bedeutete die Erstellung des jetzigen Gerätehauses. Weit über 2000 Stunden leisteten die Feuerwehrkameraden in Eigenarbeit. Anläßlich der Einweihung am 11. November 1978 wurde der Freiwilligen Feuerwehr ein gebrauchtes TLF 16 der Einbecker Wehr übergeben. Abgerundet wurde dieses Ereignis mit einem "Tag der offenen Tür" und einer großen Fahrzeugschau.

Am 1. Mai 1982 trat Ortsbrandmeister Heinrich Brinckmann überraschend aus gesundheitlichen Gründen zurück. Aufgrund seiner Verdienste um die Naenser Feuerwehr wurde Brinckmann zum Ehrenortsbrandmeister ernannt. Während seiner Amtszeit wurde das Gerätehaus errichtet und die Wasserversorgung verbessert. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Dieter Rischmann leitete die Wehr bis zur 108. Generalversammlung am 12. Februar 1983. Bei der anstehenden Wahl wurde Erwin Jacke einstimmig zum Ortsbrandmeister vorgeschlagen und später bestätigt. Sein Stellvertreter Dieter Rischmann, Rechnungsführer Walter Bode, Schriftführer Gerhard Buchhagen.

Im Rahmen der Brandschutzwoche 1983 wurde erstmalig zusammen mit dem Roten Kreutz eine große Ausstellung durchgeführt. Die Resonanz der Naenser Einwohner an dieser Veranstalltung war sehr groß.

Das 110 jährige Bestehen der Naenser Wehr wurde vom 22.-24.6. 1985 mit einem großen Zeltfest gefeiert. Erstmals war die Deligiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Northeim zu Gast, die den Festlichkeiten einen besonderen Rang verlieh.

1987 wurde das 1978 erstellte Gerätehaus durch einen Anbau mit einem Schulungsraum, Büro, Garage, Küche sowie sanitären Anlagen erweitert.

In den darauffolgenden Jahren zeichnete sich die neue Generation der Wettkampfgruppe durch viele Erfolge aus. So konnten die Naenser erstmalig im Landkreis Northeim einen dreifachen Kreismeistertitel in Folge erringen, sodass der Pokal für immer in den Besitz der Naenser Wehr überging.

Durch einen Ringtausch in 1990 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Naensen als Ersatz für das TLF 16T - Baujahr 1958 - aus den Beständen der EInbecker Wehr ein TLF 16-25 - Magirus Baujahr 1976. Ferner wurde im Jahr 1991 das neue LF 8-2 vom Typ Iveco-Magirus mit Hilfeleistungssatz für das alte LF 8 - Baujahr 1964 - im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in Dienst gestellt.

Aus gesundhitlichen Gründen trat der langjährige stellvertretende Ortsbrandmeister Dieter Rischmann 1994 von seinem Amt zurück und wurde durch den langjährigen Gruppenführer Peter König ersetzt.

Nach einjähriger Vorbereitungszeit wurde nach einer Abnahmeveranstaltung im Mai 1994 die Jugendfeuerwehr Naensen gegründet. Bei der Übergabe der Gründungsurkunde wurde von unserem Kreisbrandmeister Bodo Aertel die Leistung der Nachwuchskräfte besonders herausgestellt und mit einer Note "fast eine 1" bewertet. Die Jugendfeuerwehr wird seither erfolgreich vond em Jugendfeuerwehrwart Lothar Müller geleitet.

Ebenfalls wurde 1994 vom Kommando beschlossen, Frauen in die Naenser Wehr aufzunehmen.

Nach langjähriger erfolgreicher Führung der Naenser Wehr trat Erwin Jacke 1995 aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt als Ortsbrandmeister zurück. Unter seiner Leitung setzte sich eine sprunghafte Erweiterung und Modernisierung der Naenser Wehr fort, was aus seinem großen, persönlichen Engagement resultierte.

Bei der Generalversammlung 1995 wurden zum neuen Wehrführer Peter König sowie zu seinem Stellvertreter Eduard Pludra von den Anwesenden einstimmig gewählt.

Um die Transportprobleme der Naenser Wehr zu lösen, wurde 1996 ein VW-Bus durch den Erlös einer Sammelaktion und mit Unterstützung der Feuerwehrtechnischen Zentrale EInbeck in Dienst gestellt.

Im Laufe der Jahre haben sich die Anfroderungen an die Feuerwehren erweitert. Für eine Stützpunktfeuerwehr sind neben Löscheinsätzen zunehmend die Technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen von Bedeutung. Auch der zunehmende Güterverkehr mit gefährlichen Stoffen erfordert eine besondere Vorgehensweise der Einsatzkräfte.

Deshalb wird der Übungsdienst in der Naenser Wehr durch umfangreiche örtliche und überörtliche Schulungsmaßnahmen sowie Besuche bei der Landesfeuerwehrschule in Celle ergänzt. Weiterhin ist man im Katastrophenschutz des Landkreises Northeim in der Feuerwehrkreisbereitschaft I im Verband tätig. Darüber hinaus werden zunehmend Kameraden aus unseren Reihen zu Vollschutzträgern ausgebildet, um bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen ausreichend gerüstet zu sein. Um den stetig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, verfügt das Kommando der Ortsfeuerwehr Naensen über geschulte Ausbildungskräfte, die ihre Fähigkeiten durch theoretische und praktische Ausbildung vermitteln.

Die mehrmals jährlich stattfindenden Brandeinsatzübungen im Ortsbereich dienen der Festigung der im Winterhalbjahr theoretisch erworbenen Fähigkeiten. Unter Zuhilfenahme der angeschafften Nebelmaschine können realistische Lagen nachgestellt werden, was sich besonders für die Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern als vorteilhaft erweist. Diese Übungen verbessern ebenfalls die Ortskenntnisse sowie die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte. DIe technische Hilfeleistung wird anhand von gestellten Verkehrsunfällen geübt. Beim schrittweisen Vorgehen mit hydraulischer Schere und Spreitzer wird ein behutsames Befreien von eingeklemmten Personen erlernt. Für den Einsatz der Kettensäge werden die Fälltechniken vermittelt, denn nur so wird die Sicherheit der Kameraden gewährleistet.

 

Quelle: Festzeitschrift des 125-jährigen Jubiläum vom 2. - 4. Juni 2000

 

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